Agrarrecht

Neben dem klassischen Recht der Landwirtschaft umfasst das Agrarrecht u. a. auch das Recht der Forstwirtschaft, der Binnenfischerei, des Jagdrechtes und des Tierschutzes.
Diesbezüglich beraten wir Sie gerne, soweit es beispielsweise um

  • die Führung und Durchsetzung von Rechtsstreitigkeiten bezogen auf bestehende oder abzuwickelnde Pachten,
  • die Geltendmachung und Durchsetzung landwirtschaftlicher Förderungen,
  • die Interessenwahrnehmung im Hinblick auf die Verfahren gegenüber den Berufsgenossenschaften und der Landwirtschaftskammer,
  • die Geltendmachung von Erbschaftsstreitigkeiten und Rechtsstreitigkeiten bezogen auf die den landwirtschaftlichen Bereich prägende Höfeordnung,
  • die Überprüfung und Durchsetzung tierschutzrechtlicher Aspekte oder
  • der Interessenwahrnehmung in Bezug auf die Forstwirtschaft, das Bodenrecht und das Jagdrecht betreffende Themenbereiche geht.

Im Rahmen des Agrarrechts ist insbesondere das landwirtschaftliche Sondererbrecht nach der Höfeordnung beachtenswert.
Diesbezüglich möchten wir Sie sowohl in Bezug auf die rechtliche Einordnung des sog. Hofvermerkes als auch im Hinblick auf die Geltendmachung etwaiger Nachabfindungsansprüche umfassend beraten.

Anzeichen dafür, dass auf Ihren Hof oder landwirtschaftlichen Betrieb das sog. Höferecht nach der Höfeordnung Anwendung finden könnte, ist in der Regel ein im Grundbuch eingetragener Hofvermerk. Ist ein solcher Vermerk eingetragen, handelt es sich formell betrachtet um einen Hof im Sinne der Höfeordnung, wodurch das spezifische Sondererbrecht zum Tragen kommen kann. Dieses Sondererbrecht verdrängt die gesetzlich im Bürgerlichen Gesetzbuch normierte Erbfolge, über die wir Sie selbstverständlich ebenfalls in diesem Zusammenhang umfassend beraten können.
Im Hinblick auf das Sondererbrecht setzt die Höfeordnung voraus, dass der Hoferbe wirtschaftsfähig ist. Sinn und Zweck der höferechtlichen Regelungen ist es, dass der Hof bzw. der landwirtschaftliche Betrieb als Einheit an den landwirtschaftlich qualifizierten Hoferben übergehen soll. Bei der entsprechenden Durchsetzung Ihrer Rechte als potentieller Hoferbe stehen wir Ihnen diesbezüglich gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Sollten Sie Eigentümer eines Hofes im Sinne der Höfeordnung sein, werden wir gemeinsam mit Ihnen eine interessengerechte Lösung in Bezug auf Ihren Hof erarbeiten. Insbesondere möchten wir Sie vor etwaigen plötzlichen und unerwarteten Nachteilen bewahren, welche unter Umständen mit der Höfeordnung in Verbindung stehen können. Diesbezüglich beraten wir Sie auch im notariellen Bereich über entsprechende Möglichkeiten, eine Ihren Wünschen entsprechende Lösung zu finden.

Im Rahmen der Höfeordnung ist zudem zu beachten, dass weichenden Erben sog. Nachabfindungsansprüche zustehen können. Diesbezüglich können Nachabfindungsansprüche entstehen, soweit der zur Hoferbfolge berufene Hoferbe innerhalb von 20 Jahren nach dem Erbfall bzw. der Hofübergabe ein Grundstück, welches der Höfeordnung untergeordnet ist, veräußert. Etwaige Nachabfindungsansprüche können allerdings auch ausgeschlossen sein. Hier haben Sie als weichende Erben also Ausnahmen zu beachten, welche eine Veräußerung unter Umständen als rechtmäßig betrachten lassen. Diesbezüglich können beispielsweise etwaige Nachabfindungsansprüche dadurch ausgeschlossen werden, dass der Hofnachfolger innerhalb von zwei Jahren vor bzw. nach der Veräußerung ein Ersatzgrundstück kauft. Ein Ausschluss von Nachabfindungsansprüchen kann aber auch dadurch erfolgen, dass die höferechtliche Veräußerung zur Erhaltung des Hofes erforderlich war.

Sie sind nicht zur Hoferbfolge berufen worden und möchten als weichender Erbe etwaige Abfindungsansprüche gegen den Hoferben überprüfen lassen? Dann sind Sie bei uns an der richtigen Adresse – wir beraten Sie gerne und stellen mit Ihnen eine interessengerechte Lösung zusammen.

In öffentlich-rechtlicher Hinsicht beschäftigt sich das Agrarrecht insbesondere mit der rechtlichen Interessenwahrnehmung von Bauvorhaben im Außenbereich und der rechtlichen Regulierung in Bezug auf Windkraft- und Biogasanlagen, sodass wir Sie auch in diesem Bereich umfassend rechtlich beraten können.

Wenn Sie im Außenbereich beispielsweise einen Neubau errichten möchten oder aber die derzeitige Nutzung Ihres Anwesens im Sinne einer Nutzungsänderung umfunktionieren möchten, sind hieran oftmals hohe Anforderungen und Hürden gebunden. Hierbei helfen wir Ihnen gerne und versuchen auch in Kooperation mit der zuständigen Landwirtschaftskammer entsprechende Lösungen für alle Beteiligten zu finden.

Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch bei sonstigen Fragen in Bezug auf das weite Rechtsgebiet des Agrarrechts zur Verfügung.